Der Hospizgedanke

Hospiz heisst „Herberge“, ein Ort der Gastfreundschaft. 

Die Hospizbewegung hat es sich zur Aufgabe gemacht, schwerstkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige in ihren schwersten Stunden zu unterstützen. Mit ihrem Namen knüpft sie an die Herbergen an, die entlang der Pilgerwege Reisenden und später auch vemehrt Kranken Gastfreundschaft boten. Diese relativ junge Bewegung hat ihre Anfänge in den 1960ern in Grossbritannien - inzwischen sind über 100 000 Menschen in Deutschland ehrenamtlich in der Hospizbewegung aktiv.

Ambulante Hospizdienste versuchen mitzuhelfen, ein Sterben zu Hause zu ermöglichen. Sie suchen Erkrankte zuhause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus auf. Die überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiter schenken Zeit, dem Kranken - aber auch seinen Angehörigen. Trauerbegleitung ist ein weiteres, wichtiges Aufgabenfeld. Professionelle Pflege gehört nicht zu ihrem Angebot und wird bei Bedarf von ambulanten Pflegediensten übernommen. Bei Beschwerden, die ein besonderes palliativmedizinisches und palliativpflegerisches Handeln erforderlich machen, kann ein SAPV-Team unterstützend hinzukommen. Diese Teams verfügen über eine Rufbereitschaft und können so evtl. Notarzteinsätze und Krankenhausaufenthalte vermeiden helfen, um durch eine gute Symptomlinderung zu Hause eine Sterben im vertrauten Umfeld ermöglichen. Der Hausarzt kann diese sogenannte spezialisierte ambulante Palliativ Versorgung (SAPV) verordnen.

Kinderhospize betreuen lebenslimitiert erkrankte Kinder. Betroffene Familien können dort auch gemeinsame eine „Auszeit“ vom aufwändigen Pflegealltag zuhause nehmen. 



Ein stationäres Hospiz ist ein spezielles Haus, in dem erfahrene Mediziner und Pflegekräfte gemeinsam mit Ehrenamtlichen und vielen anderen Berufsgruppen zusammenarbeiten, damit die Menschen, die hier Aufnahme finden, sich möglichst wohl fühlen. Hier wird alles getan, um die Beschwerden von Schwerkranken zu lindern, dies können zum Beispiel Atemnot, Schmerzen, Angst, Übelkeit, Verwirrtheit, Durchfall, Schwäche und/oder Einsamkeit sein. Menschen, die nur noch eine begrenzte Zeit zu leben haben, finden hier einen Ort, um ihre letzte Lebensspanne betreut und möglichst selbstbestimmt zu leben. Voraussetzung für die Aufnahme ist eine fortgeschrittene Erkrankung - dies kann, muss aber nicht eine Krebserkrankung sein - die nicht heilbar ist und die Beschwerden mit sich bringt, die eine adäquate Betreuung zuhause oder im Pflegeheim unmöglich macht. 


Wir möchten, dass die Menschen, die in unserem Haus zu Gast sind, die Gewissheit haben, dass immer jemand in ihrer Nähe ist und alles getan wird, um etwaige Beschwerden zu lindern.

Wir möchten unsere Gäste und deren Angehörige darin unterstützen, ihren Wünschen gemäss kostbare Zeit zu gestalten. Wir beraten sie und informieren sie bei Bedarf umfassend, damit sie selbst entscheiden können, was sie möchten.

Wir achten jeden Menschen als wertvolles Individuum, mit seinen eigenen Wünschen, Abneigungen und Bedürfnissen. Angehörige sind jederzeit willkommen. 

Nicht nur Trauer, Schmerz und Angst haben ihre Zeit und ihren Raum bei uns, Hospize sind vor allem auch Orte des Lebens.

Was ist „Palliative Care“?
„Lindernde Fürsorge für unheilbar Kranke und sterbende Menschen und deren Angehörigen“ ist die beste Übersetzung des aus dem Englischen stammenden Begriffes, der auch in Deutschland immer gebräuchlicher wird. Im Mittelpunkt steht der erkrankte Mensch mit seinen ihm Nahestehenden.

„Palliativ“ meint lindern, etwas einhüllen wie mit einem Mantel (lat. palliare: mit einem Mantel bedecken). Heilung oder eine Lebensverlängerung um jeden Preis ist nicht mehr das Ziel. Aber das Lindern von Beschwerden – nicht nur physischer Natur. „Care“ beinhaltet Pflege und medizinische Versorgung, aber darüber hinaus auch die Sorge um den ganzen Menschen und sein Wohl. 

Fürsorge, Zuwendung und Nähe und das Lindern quälender Beschwerden wirken zusammen, um Lebensqualität und verbleibende Lebensfreude bestmöglich zu erhalten. 



Die Weltgesundheitsorganisation hat 2002 definiert: 
Palliative Care ist ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und deren Familien, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind. Dies geschieht durch Vorbeugung und Linderung des Leidens, mittels frühzeitiger Erkennung, korrekter Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.